Der Mikrowellenherd

Der Mikrowellenherd, umgangssprachlich als Mikrowelle bezeichnet, hat die Zubereitung von Speisen revolutioniert, doch wie wurde die Mikrowelle eigentlich erfunden?

Die Mikrowelle wurde von P. Spencer, einem Techniker und Tüftler aus den USA durch Zufall erfunden. Spencer war gerade mit der Arbeit an einem Radargerät beschäftigt, als er bemerkte dass ein Schokoriegel, den er eingesteckt hatte, plötzlich zu schmelzen begann. Durch die vom Radargerät abgehende Mikrowellenstrahlung schmolz der Schokoriegel. Spencer war nicht der erste dem dieser Zusammenhang auffiel, jedoch war er durch jahrelange Tüftelei und über 100 angemeldeten Patenten geschult was nützliche Entdeckungen anging. Von Spencer angeregt begannen die ersten Experimente zur Nahrungszubereitung durch Mikrowellenstrahlung. Das erste absichtlich per Mikrowellen zubereitete Nahrungsmittel war Popcorn, das zweite war ein Ei – das Ei explodierte vor den Augen der Wissenschaftler.

Spencer baute schließlich im Jahre 1947 den ersten Prototyp eines Mikrowellenherdes, dieser Prototyp war beinahe 2 Meter groß und über 300 Kilo schwer, war mit einer Wasserkühlung ausgestattet und hatte eine Leistung von 3000 Watt (heutige Mikrowellenherde haben eine Leistung von rund 1000 Watt). Im Jahre 1954 wurde der erste kommerzielle Mikrowellenherd zum Verkauf angeboten, er hatte eine Leistung von 1600 Watt und kostete knappe 3000 Dollar. Elf Jahre später im Jahre 1965 kam ein weit günstigeres Gerät auf den Markt das knappe 500 US-Dollar kostete und sich weit besser als das erste kommerzielle Modell verkaufte. Da Mikrowellenherde für die breite Masse anfangs unerschwinglich waren, wurden sie hauptsächlich in Flugzeugen eingesetzt um die Passagiere zu verköstigen.

Anfangs wurden die Mikrowellenherde von Unternehmen produziert, die eigentlich auf die Herstellung von Radargeräten spezialisiert waren. In den 70er Jahren sank der Preis für Mikrowellenherde stark, erstmals konnte sich der Großteil der Bevölkerung eine Mikrowelle neu leisten. Dadurch stiegen die Verkaufszahlen stark an, im Jahr 1970 wurden gerade einmal 40.000 Geräte in den gesamten Vereinigten Staaten verkauft, fünf Jahre später im Jahr 1975 waren es schon eine Million verkaufter Mikrowellenherde. Heute besitzen über 90 Prozent der US-Bürger eine Mikrowelle, Popcorn beispielsweise wird in den USA fast nur noch mit der Mikrowelle zubereitet, andere Zubereitungsarten sind so gut wie „ausgestorben“.

Wirkungsweise der Mikrowelle

Ein E-Herd wandelt zwar 100 Prozent der Energie in Wärme um, diese geht aber teilweise an die Platte, den Topf und die Umgebung verloren. Bei der Mikrowelle werden hingegen zwar nur knappe 70 Prozent der Energie in Mikrowellenstrahlung umgewandelt, diese heizen aber punktgenau die Nahrung auf, ohne Energie anderweitig zu verschwenden. Dadurch ist bei kleineren Portionen die Mikrowelle vom Energieverbrauch her um einiges günstiger als ein herkömmlicher Herd. So ist es beispielsweise günstiger, einen Viertelliter Wasser in der Mikrowelle zu erhitzen, als in einem Topf auf dem Herd.

Wissenswertes zur Mikrowelle

Die Mikrowelle sollte man niemals leer in Betrieb nehmen, da die Mikrowellenleistung immer genügend absorbiert werden muss. Nimmt man den Mikrowellenherd ohne Gargut in Betrieb, kann er durch die Reflexionen der Mikrowellenstrahlung Schaden nehmen. Da verschiedene Nahrungsmittel oder die verschiedenen Bestandteile oftmals einen unterschiedlichen Bestandteil von Wasser haben, kann es zu ungleichmäßigen Erwärmungen kommen. So erwärmt Fleisch sich um einiges schneller und besser als Knochen, salzhaltige Speisen erwärmen sich besser als fetthaltige. Darum ist es besser die Speise zugedeckt und dafür etwas länger mit weniger Leistung zu erwärmen, damit sämtliche Nahrungsbestandteile gleichmäßig erhitzt werden.

Die Mikrowellenstrahlung ist, wenn der Mikrowellenherd ausreichend abgeschirmt ist – Gehäuse und Tür müssen unbeschädigt sein – für den Menschen nicht gefährlich. Sollte der Herd allerdings nicht gut genug abgeschirmt sein, können schwach durchblutete Gewebeteile des menschlichen Körpers wie etwa die Augen geschädigt werden. So kann durch Mikrowellenstrahlung beispielsweise grauer Star ausgelöst werden. Darum sollten Mikrowellen bei denen das Gehäuse oder die Tür beschädigt ist auf keinen Fall weiter verwendet werden. Ansonsten ist die Strahlung aber wie gesagt für den Menschen ungefährlich und dem Genuß von blitzschnell zubereiteten Speisen steht nichts mehr im Weg.